Die furchtbare Dimension

Kind mit Teddy

Kindesmissbrauch in 1000 Fällen und skandalöses Behördenversagen. Der „Fall Lüdge“ trifft die Gesellschaft bis ins Mark. Wie kann es sein, dass solch monströse Vorgänge mitten unter uns fast 20 Jahre lang unentdeckt blieben? Und das trotz eindeutiger Hinweise auf Pädophilie, die den Behörden vorlagen. Die furchtbare Dimension der Ereignisse ist erschreckend. Und wir müssen uns fragen ob Lüdge nicht direkt vor unserer Haustür passieren kann – bei uns im Erftkreis zum Beispiel.

„Er hat die Pflegetochter als Köder benutzt, um Kontakte zur späteren Missbrauchsopfern zu knüpfen“

Roman von Alvesleben, Anwalt eines Opfers

Das ging alles so einfach. Schon seit 1998 lagen den Jugendämtern und Strafverfolgungsbehörden Hinweise auf möglichen Kindesmissbrauch durch Andreas V. vor. Passiert ist nichts. Schlimmer noch: nach der Verhaftung von Andreas V. versuchte eine Mitarbeiterin des Jugendamtes Vermerke zu Andreas V. pädophilen Neigungen aus dem System zu löschen. Ein Koffer mit 155 sichergestellten Dateien des mutmaßlichen Serientäters werden bei der Polizei in Lippe gestohlen. Von wem? Wieso? Eine ungeklärte Frage in einer schier endlosen Reihe von nicht beantworteten Fragen. Ein ausführlicher Bericht im Kölner Stadtanzeiger kann hier nachgelesen werden.

Unsere Fraktionsvorsitzender, Achim Brauer, hat an den Rat vom 20.05.19 eine Anfrage zu sexuellem Missbrauch in Bergheim gestellt. Dies ging zurück auf eine Initiative von DIE LINKE. im Erftkreis, die in den jeweiligen Räten der Städte ähnliche Anfragen formuliert haben.

Die Antworten der Verwaltung und der Kreispolizeibehörde lässt in unserer Fraktion noch viele Fragen offen. So nach der Qualifikation der Mitarbeiter, die sich mit solchen Fällen beschäftigen. Oder auch, warum nicht eine engere Zusammenarbeit mit im Kreis ansässigen Organisationen gesucht und gefördert wird. So z.B. mit dem in Bergheim (!) ansässigen Verein Freio e.V. Dieser wurde bereits 1997 gegründet, in der Folge zu den entsetzlichen Ereignissen in Belgien um den Kindermörder Marc Dutroux. Der Verein wird mit Mitteln des Rhein-Erft-Kreises gefördert. Und nach eigener Aussage des Vereins steigt die Nachfrage nach Beratungs-, Informations- und Präventionsarbeit kontinuierlich an. Wir meinen, dass die Stadt Bergheim gut daran täte, in ihrem Haushalt größere Mittel bereit zu stellen, um diese Initiativen noch besser zu unterstützen und zu fördern. Oder um Mitarbeiter zu schulen und auszubilden, die sich zukünftig mit dieser Thematik befassen sollten. Denn es geht um die Zukunft … um unsere Kinder. Es gilt den politischen Druck hochzuhalten damit sich „Lüdge“ nicht wiederholen kann.

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